Service Learning

Auf dem Weg zu mehr Zusatzqualifikationen für unsere Kinder durch Service Learning - Lernen durch Engagement

“Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen.”
Kurt Tucholsky (1890-1935)

Die Handelsakademie und Handelsschule Ybbs ermöglicht ihren Schülerinnen und Schülern durch diese Unterrichtsmethode, das gesellschaftliche Engagement mit fachlichem Lernen im Unterricht zu verbinden und Erfahrungen zu machen. Kognitives Lernen (learning) wird mit der Übernahme von Verantwortung im Schulumfeld (service) kombiniert.

Unser Schülerinnen und Schüler übernehmen 2 Unterreichtseinheiten pro Woche Verantwortung und stellen sich einer einwöchigen Herausforderung. Was heißt das nun konkret für unsere Schülerinnen und Schüler?

Projekt 1: VERANTWORTUNG
→ 2 Unterrichtseinheiten/Woche
Projekt 2: HERAUSFORDERUNG 
1 Woche im Ganzen

Für unsere Schülerinnen und Schüler heißt das im Projekt „Verantwortung“:

  • Sie besuchen ein Semester im PBSK-Unterricht (Persönlichkeitsbildung- und soziale Kompetenz) Bildungseinrichtungen und soziale Institutionen in Ybbs

    • Volksschule Ybbs (LesepatInnen)
    • Förderschule Ybbs (LernbegleiterInnen)
    • Therapiezentrum Ybbs (Tagesstättenbetreuung)
    • Pflegeheim Ybbs (Unterstützung der alten und demenzkranken Menschen)
    • Deutschkurs (Unterstützung der Ybbser AsylwerberInnen)

  • und übernehmen dort begleitet Verantwortung.

  • Sie setzen sich so für das Gemeinwohl ein.
  • Sie tun etwas für andere und die Gesellschaft.
  • Sie engagieren sich - aber nicht losgelöst oder zusätzlich zur Schule, sondern als Teil des Unterrichts und eng verbunden mit dem fachlichen Lernen.
  • Das Engagement der SchülerInnen wird im Unterricht geplant, reflektiert und mit Inhalten der Bildungs- und Lehrpläne verknüpft.

Für unsere SchülerInnen heißt das im Projekt „Herausforderung“:

  • Sie suchen sich, wenn sie von Sportwochen und/oder Schikursen aus diversen Gründen zuhause bleiben, eine Herausforderung ihrer Wahl. Sie übernehmen für eine Woche Verantwortung in Bildungseinrichtungen und sozialen Institutionen oder in einer selbstgewählten Tätigkeit.
  • So lernen sie durch ihr eigenes Engagement und nützen die Schulwoche sinnvoll.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben sich in diesem Schuljahr folgenden Herausforderungen gestellt:

  • Pferdezahnärztin (Unterstützung)
  • ROTES KREUZ Ybbs (Flüchtlingsbetreuung)
  • Volksschule Ybbs (Unterstützung bei der Betreuung der Kinder)
  • Therapiezentrum Ybbs (Tagesstättenbetreuung)
  • Pflegeheim Ybbs (Unterstützung der alten und demenzkranken Menschen)
  • Kindergarten Ybbs (Unterstützung bei der Betreuung der Kinder)
  • Pfarrhof Ybbs (Organisation eines Kleiderbasars für Flüchtlinge)
  • Volksschule Wieselburg (Unterstützung bei der Betreuung der Kinder)
  • Volkshilfe Persenbeug und Wieselburg
  • Bauernhof (Mithilfe und Unterstützung)

Das halten unsere Schülerinnen und Schüler von „Service Learning“ und unseren neuen Projekten:

  • „Ich bin geduldiger geworden und man kann mich jetzt nicht mehr so schnell ärgern.“
  • „Ich habe gelernt, dass man mehr auf andere Menschen zugehen soll.“
  • „Ich habe Menschen kennengelernt, die die Hölle durchlebt haben, aber immer noch lächeln/lachen können. Es gibt einem das Gefühl, alles überstehen zu können.“
  • „Ich möchte meinen Zivildienst nach der Schule in dieser Institution machen.“
  • „Egal was passiert, man sollte niemals die Hoffnung aufgeben.“
  • „Mein Durchhaltevermögen ist gestiegen und ich werde nicht mehr alles so persönlich nehmen.“
  • Ich habe gelernt, dass man auch mit Personen, die viel älter sind, Spaß haben kann und Geduld etwas wirklich Nützliches sein kann.“
  • „Ich war erstaunt, wie gelassen ich geblieben bin. Eigentlich habe ich gedacht, dass ich am 3. Tag einen Kollaps kriege.“
  • „Der Umgang mit Kindern hat meine Seele gereinigt.“
  • „Mir ist jetzt klar, dass ich nach der Schule ein freiwilliges soziales Jahr machen möchte.“
  • „Diese Erfahrung war sehr gut, da ich mich sehr für den Beruf als Volksschullehrerin interessiere.“
  • „Ich sollte für das dankbar sein, was ich habe.”

Welchen Sinn haben diese Projekte?

Die Schülerinnen und Schüler sollen Theorie- und Faktenwissen in der Praxis anwenden und gegebenenfalls Berufserfahrung sammeln, Kontakte mit Unternehmen und Institutionen knüpfen und soziale Verantwortung übernehmen. Die Jugendlichen erfahren dabei ihre Grenzen, erproben sich und erbringen soziale, körperliche und entwicklungspsychologische Leistungen, auf die sie stolz sein können und sollen. Die Projekte bieten allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich persönlich zu entwickeln und zu stärken. Lebenserfahrung und Lebensorientierung werden erlebbar.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Bildungseinrichtungen, sozialen Einrichtungen/Institutionen und allen Beteiligten, die uns bei unseren Projekten so herzlich unterstützen. Alle Beteiligten - auch unsere geschätzten Eltern - sind von unserer neuen Unterrichtsmethode „Service Learning - Lernen durch Engagement“ in der HAK und HAS Ybbs überzeugt und begeistert.

Kommentar von Frau S. (Mutter): „Ich bin von den innovativen Ideen und Projekten der Schule begeistert und erkenne bei meinem Kind die positive Entwicklung.“

Kommentar von Frau St. (Beteiligte): „Die Erfahrungen der Schülerin wird ihr zukünftiges Leben nachhaltig beeinflussen und prägen.“

Stellungnahme von Frau Direktorin Gertrude Bauernfried (Nibelungenheim Ybbs): „Ergänzend zur professionellen Pflege und Betreuung und dem Beschäftigungsangebot bietet das Projekt Verantwortung die Möglichkeit, die Sozialkontakte aktiv zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner einmal wöchentlich, spielen in einer Runde ein Gesellschaftsspiel, wie Mensch ärgere dich nicht, führen Gespräche, können in den Garten begleiten oder unterstützen bei der Frühstücksvorbereitung ,.. Sie lernen den Umgang mit alten Menschen auf natürliche Art und Weise und können das Leben und Arbeiten in einer Altenpflegeeinrichtung kennenlernen. „Learning by doing“, wenn man so sagen will. Sie tragen Verantwortung, die Begleitung von alten Menschen zu organisieren, je nachdem, was gerade für den anderen oder sich selbst passt. Sie lernen, ihre Talente und Interessen kreativ einzusetzen, Berührungsängste werden abgebaut und eine Beziehung zu den Menschen einer Altenpflegeinrichtung wird aufgebaut. Auch für eine Führungsposition ist Sozialkompetenz erforderlich. Wir sind ein offenes Haus, die Besuche unterstützen unsere Kontaktpflege mit der Öffentlichkeit. Vom generationenübergreifenden Miteinander profitieren beide Seiten! Schön, dass wir bei dieser Verantwortung mitarbeiten dürfen. Ein großes Danke an die verantwortlichen Lehrkräfte, die das Projekt mit viel Engagement begleiten.“

Weiterführende Links:

» http://www.lernen-durch-engagement.de/ [8. Oktober 2015]

» http://www.ev-schule-zentrum.de [16. August 2015]

» NÖN-Beitrag [20. Jänner 2016]

» M4TV-Beitrag [20. Jänner 2016]

» Service Learning Materialien Download [22. November 2016]

Projekt "Verantwortung"

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